Buddhismus – die Religion des Friedens

Buddha, der Religionsgründer, ist in Indien geboren. Dennoch sind nur etwa 1 Prozent der Inder Buddhisten. Die größte Verbreitung hat diese Religion in den übrigen asiatischen Ländern. Sie gilt als viertgrößte Glaubensgemeinschaft der Erde, nach dem Christentum, dem Islam und dem Hinduismus. Auch im Westen gewinnt der Buddhismus zusehends an Einfluss. Er berührt Menschen, die sich nach Klarheit sehnen, die sich von ihrem traditionellen Glauben enttäuscht abgewendet haben und die sich ein Leben ohne Götter, aber mit einem ethischen und spirituellen Prinzip, gut vorstellen können.

Das Leben Buddhas und die Entstehung des Buddhismus

Der Königssohn Siddhartha Gautama lebte vor etwa zweieinhalb tausend Jahren im Norden Indiens. Er wuchs im Luxus des Palastlebens auf. Das aber machte ihn nicht zufrieden. Er fühlte es tief in sich, dass er von Brahma für dieses Leben die Aufgabe bekommen hatte, die Menschen vom Leid zu befreien. Auch wenn sein Vater immer versucht hatte, die wahren Verhältnisse der Welt vor ihm zu verbergen, so sah er eines Tages doch, in welcher Not die Menschen außerhalb seines Palastes lebten. Siddhartha Gautama erkannte, dass ein Leben, so reich und luxuriös es auch sein mag, doch immer mit Leid, Krankheit, Altern und Tod zu tun hat. Um herauszufinden, warum dies so sei und wie man diesen Mechanismus durchbrechen könne, verließ er im Alter von 29 Jahren sein reiches Zuhause, seine Frau und sein Kind.

Nach dem Überfluss lernte er nun die Askese kennen. Sechs Jahre lang meditierte, betete und fastete er. In dieser Zeit studierte Siddhartha Gautama auch zahlreiche bestehende religiöse Lehren. Schließlich fand er über mehrere blitzartige Eingebungen einen neuen Weg. Er wusste: Weder die Askese noch die Hedonie führen zur Erleuchtung. Die Wahrheit liegt in der Mitte.

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Diese vollkommene Erleuchtung, das „Erwachen“, geschah an einem kleinen Ort in der Gangesebene, während er unter einer Pappelfeige sitzend meditierte. Von da an fing er an, seine Lehre an andere weiterzugeben. Seine Anhängerschaft vergrößerte sich schnell. Ihren Lehrer Siddhartha Gautama nannten seine Gefolgsleute „Buddha“, den Erwachten, den Erleuchteten.

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Buddhismus – der Weg zur Erlösung von Wiedergeburt und Karma

Der Buddhismus gilt als besonders friedfertige Religion. Im Unterschied zu den meisten anderen Glaubensrichtungen werden hier keine Götter angebetet, sondern jede Seele muss selbst über zahlreiche Existenzen nach Weisheit und Erleuchtung streben.

So lässt sich schließlich das Nirwana erreichen, den Zustand der immerwährenden Glückseligkeit. Die einzelne Persönlichkeit geht dabei auf in ein großes Ganzes. Alle Begierden, alles Wollen, jede Absicht ist in diesem Zustand überwunden. Es herrscht tiefer Friede.
Hat der Mensch jedoch Karma aufgehäuft, sucht er sich nach seinem Tod einen neuen Körper und eine neue Existenz – vorzugsweise mit genau den Bedingungen, in denen er die alte Schuld abarbeiten kann. Während des nächsten Lebens gilt es tunlichst darauf zu achten, nicht wieder neues Karma anzusammeln.

Aus dem Hinduismus übernommen wurde von Buddha die Überzeugung von der Wiedergeburt und vom Karma. Damit ist das Schicksal gemeint, das wir ständig selbst gestalten – durch jede Handlung, jedes Wort, ja jeden Gedanken erzeugen wir Karma. Wir senden etwas aus und müssen die Folgen dafür tragen, ob in diesem oder im nächsten Leben. Das Ziel im Buddhismus ist, sich aus diesem Kreislauf zu lösen und eben kein Karma mehr zu erzeugen. Das bedingt größte Reinheit des Seins. Begierden, Zorn und Verwirrung gilt es hinter sich zu lassen, stattdessen nach Bescheidenheit, Güte und Einsicht zu streben.
Die Selbstverantwortung des Menschen wird groß geschrieben im Buddhismus. Wer den Weg zur Erleuchtung geschafft hat, kann von der geistigen Welt aus den Menschen beistehen, oder auch freiwillig inkarnieren, aus reinem Mitgefühl heraus, um für die noch unerlösten Menschen direkt da zu sein. Solche Seelen werden als Bodhisattvas bezeichnet.

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Buddhas Lehre – die Vier Wahrheiten und der Achtfache Pfad

Buddha hat den Weg zur Erlösung der Seele aus dem Rad der Wiedergeburt aufgezeigt. Er erklärte die Welt über die „Vier Wahrheiten“ und die Erlösung aus den Verstrickungen über den „Achtfachen Pfad“. Das heißt, jeder kann durch die Art wie er lebt, selbst für sein Weiterkommen und seine Erlösung von der Wiedergeburt sorgen. So lässt sich Leid vermeiden und Glück erreichen.

Mit den Vier Wahrheiten hat Buddha das Leben als einen Weg des Leidens beschrieben – und wie sich dieses Leiden überwinden lässt. Darin enthalten ist die Wahrheit über das Leiden, die Wahrheit über die Entstehung und die Beendigung des Leidens sowie die Wahrheit über den Pfad der Ausübung, der das Leiden enden lässt.

Beim Achtfachen Pfad handelt es sich um die Beschreibung für ein Leben auf dem Weg der Mitte. Unterteilt ist dieser Pfad in drei Gruppen. Zunächst ist die „Weisheit“ wichtig, die sich aus rechter Einsicht und rechter Absicht zusammensetzt. Die Geisteshaltung gilt im Buddhismus als Voraussetzung für alles, was der Mensch anrichtet. Es folgen Hinweise für das Alltagsleben, das Miteinander, hier „Sittlichkeit“ genannt: rechtes Reden, rechtes Handeln und rechter Lebenswandel. Schließlich kommt die dritte Gruppe, die „Vertiefung“, die mit dem rechten Streben, der rechten Bewusstheit und der rechten Konzentration die seelische Ebene anspricht.

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Der „Götterhimmel“ im Buddhismus

Eigentlich kennt der Buddhismus keine Götter. Jedoch gibt es zahlreiche aufgestiegene Meister, Menschen, die den Weg des Erwachens erfolgreich gegangen sind. Sie werden Bodhisattvas genannt. Man betet sie nicht an wie einen Gott, aber sie werden verehrt. Ihnen und natürlich Buddha selbst werden Opfergaben dargebracht, verbunden mit Bitten oder Danksagungen. Sie werden um ihren Segen gebeten und um Rat und Eingebungen gefragt. Der Kult, der sich mancherorts daraus entwickelt hat, ähnelt durchaus der Gottesanbetung in anderen Religionen.

Buddha

Selbst Buddha wird nicht als Gott angebetet, das hätte er selbst auch nicht gewollt. Wohl aber wird er verehrt und angerufen, wenn man eine Bitte hat. Er ist als Religionsgründer die höchste Instanz, das größte Vorbild, der wichtigste Meister. Seine Lehre über ein Leben voller Mitgefühl, in der Meditation und ethisches Verhalten eine Selbstverständlichkeit sind, genauso wie das Streben nach Vollkommenheit und Erleuchtung, ist der Leitfaden für alle Gläubigen.

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Medizin-Buddha

Er gilt als der Heilende Buddha. In seiner rechten Hand hält er eine Schale mit heilendem Nektar, in seiner linken Hand einen Zweig mit drei Früchten, um Gifte zu neutralisieren. Seine Kraft besteht darin, dass er alle Krankheiten zu heilen vermag, dazu zählen körperliche Gebrechen genauso wie seelische Leiden, geistiger Unfrieden und sogar Unwissenheit.

Grüne Tara

Sie ist ein weiblicher Buddha, eine Bodhisattva. Sie soll eine nepalesische Prinzessin gewesen sein, manche sagen, sie war Prinzessin Jnanachandra. Mönche, die ihr Potenzial erkannten, sollen sie dazu gedrängt haben, um eine Wiedergeburt als Mann zu bitten. Doch genau dies lehnte die Prinzessin ab, weil doch auch die Geschlechter nur eine Illusion, eine Maya sind. Daher entschloss sie sich, den Weg zur vollen Erleuchtung als Frau zu gehen und bis zu diesem Ziel immer wieder als Frau geboren zu werden. Die Grüne Tara gilt als freigebig, liebevoll und unendlich friedfertig. Ihre Gabe ist es, vor den acht Arten der Angst zu schützen und Wünsche zu erfüllen. Sie hilft in Notfällen.

Weiße Tara

Sie soll eine chinesische Prinzessin gewesen sein, eine Bodhisattva. Die Weiße Tara ist bekannt für ihre Friedfertigkeit, ihre Mütterlichkeit und ihre Freigebigkeit. Sie schützt vor Krankheiten und schenkt ein langes Leben. Durch ihre große Reinheit versetzt sie in Meditationen in die Lage, sehr klar und weit zu schauen.

Shantideva

Er war, der Überlieferung nach, ein Königssohn aus dem Süden Indiens, ein Bodhisattva. Er wurde bekannt durch seine Hingabe und Fürsorge für arme und notleidende Menschen. Vor allem aber gibt es zahlreiche Erzählungen, in denen über seine immensen Fähigkeiten berichtet wurde. Man sagt, er konnte Wunder bewirken. Shantideva erkannte den gleichen Wert aller Menschen, wie auch immer sie lebten. In seinen Schriften zeigte er Wege auf, wie alle Wesen den Weg zur Erleuchtung finden können.

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Ngawang Lobsang Gyatso

So hieß der fünfte Dalai Lama, der zwischen 1617 und 1682 lebte. Er war ein tibetischer Mönch und weiser Staatsmann, der Tibet in unsicheren Zeiten stabilisiert hat. Unter seiner Zeit wurden zahlreiche Klöster gegründet. Dazu zählte auch der Potala, der große buddhistische Tempel in Lhasa. Er ließ ihn auf die Überreste eines alten Palastes bauen. Ngawang Lobsang Gyatso gilt als großer Kenner des Sanskrit und der tibetischen Medizin.

Verschiedene Schulen des Buddhismus

Die bekanntesten buddhistischen Schulen sind Theravada, Mahayana, Zen-Buddhismus, Tantrischer und Tibetischer Buddhismus. Innerhalb dieser Gruppen gibt es weitere Verzweigungen. Doch allen Richtungen gemeinsam ist, dass sie die Vier Edlen Wahrheiten Buddhas beherzigen und zur Erlösung aus dem Leiden den Achtfachen Pfad gehen, um schließlich ins Nirwana zu gelangen.

Theravada

Theravada gilt als der ältere Weg, die „Lehre der Älteren“. Manche nennen ihn auch Hinayana, was mit „Kleines Fahrzeug“ oder „Schlechtes Fahrzeug“ übersetzt werden kann. Gemeint ist die Lehre, die sich in den ersten Jahrhunderten nach Buddhas Tod herausgebildet hat. Hierbei ist es wichtig, die Lehre Buddhas so ursprünglich wie möglich zu erhalten. Danach soll jeder Mensch seinen eigenen Weg zur Erleuchtung finden. Das Nirwana lässt sich nach dieser Lehre jedoch nicht als Laie, sondern nur als Mönch erreichen.

Mahayana

Mahayana heißt wörtlich übersetzt „Großes Fahrzeug“. Es ist eine neuere Form des Buddhismus. Insbesondere Tantra spielt im Mahayana eine große Rolle. Diese Richtung setzte sich erst nach einigen Jahrhunderten durch, in etwa zu unserer Zeitenwende. Im Mahayana wird die Stellung des Lehrers und der aufgestiegenen Meister, also der erlösten Seelen, hervorgehoben. Durch deren Vermittlung kann jeder Mensch den Weg zur Erlösung finden.

Zen-Buddhismus

Zen-Buddhismus ist eine eigene Richtung, die sich im 6. Jahrhundert in China und vor allem in Japan entwickelt hat. Zen ist berühmt für seine langen Meditationen, in denen vordergründig Sitzen und Schweigen geübt wird. Das Ziel ist, über die tiefe Versenkung die größtmögliche Konzentration zu erreichen. Ferner wird hier der Wert von körperlicher Arbeit betont. Auch einfachste Tätigkeiten können nach dieser Lehre zur Erleuchtung führen.

Tantrischer Buddhismus

Tantrischer Buddhismus, auch Vajrayana genannt, heißt die Lehre, die sich im 7. Jahrhundert in Indien ausgeprägt hat. Die Dualität der Welt, das Yin und das Yang, die Weiblichkeit und die Männlichkeit müssen danach überwunden werden, um zu dem ersehnten „Erwachen“ zu gelangen. Unter Anleitung eines spirituellen Lehrers, eines Gurus, lässt sich dies auch über die Vereinigung von Mann und Frau erreichen.

Tibetischer Buddhismus

Tibetischer Buddhismus hat einen besonders beliebten und bekannten Vertreter – den Dalai Lama. Bei dieser Form des Buddhismus handelt es sich um eine sehr anschauliche Lehre, bei der schamanische Elemente mit aufgenommen wurden. So wird vorzugsweise mit Ritualen, Visualisierungen, Mantras und Tantra-Übungen gearbeitet. Das Wissen wird direkt vom Lehrer, also von einem Guru oder Lama, auf den Schüler übertragen.

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Räuchern, Mudras und Altäre – der Alltag des buddhistischen Lebens

Den Altar herzurichten, Räucherstäbchen anzuzünden, sich in eine Meditation zu versenken, dazu ein Mantra zu rezitieren – all dies gehört zu den schönen täglichen Ritualen, die das buddhistische Leben strukturieren.

Damit die Gemeinschaft der Gläubigen an einem geheiligten Ort zusammenkommen kann, wurden Tempel errichtet. Hier, im Heiligtum eines buddhistischen Tempels, befinden sich die „drei Schätze“ oder „drei Juwelen“. So werden Buddha, Dharma und Sangha genannt. Buddha ist der liebevolle und weise Religionsgründer. Dharma enthält die Lehre Buddhas, seine Vier Edlen Wahrheiten, das universelle Gesetz. Sangha steht für die buddhistische Gemeinschaft.

Daneben ist es üblich, sich als Buddhist auch einen Hausaltar einzurichten. Mit diesem Ort im eigenen Haus hat man immer einen Platz zur Verfügung, an dem man sich sammeln und mit Buddha verbinden kann. In der Regel ist dies ein Schrein mit Flügeltüren. Darin befinden sich ein Bild Buddhas, Bilder von Verstorbenen sowie kleine Statuen. Manche dieser Statuen sind mit Edelsteinen gefüllt oder besetzt.

Eine Besonderheit sind die Räucherstäbchen, die eine buddhistische Zeremonie überall auf der Welt begleiten. In Tempeln und zu Hause wird geräuchert, bei Meditationen sowieso. Die Räucherungen dienen zur Reinigung der Atmosphäre. Schädliche Kräfte werden damit gebannt, die Lebensenergie kann wieder frei fließen. Durch die Wahrnehmung eines Duftes werden die körperliche und die seelisch-geistige Ebene zur Einheit. So kann man sich gut geerdet mit der geistigen Welt verbinden und wunderbar geschützt meditieren.

Weit verbreitet ist ferner die Anwendung von Mudras. Damit sind die Gesten gemeint, die mit Fingern und Händen gehalten werden und die eine bestimmte Geisteshaltung ausdrücken und verstärken. Mudras werden auch als „Fingeryoga“ bezeichnet, denn durch die besonderen Hand-Stellungen lassen sich Energien frei setzen und zum Fließen bringen, genau wie beim Hatha-Yoga, wo der ganze Körper zum Einsatz kommt. Buddha-Darstellungen und -Statuen zeigen besonders kraftvolle Mudras.

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Berühmte Buddhisten der Gegenwart

Einen großen Einfluss und eine wichtige Vorbildfunktion haben berühmte Persönlichkeiten unserer Zeit, die sich zum Buddhismus bekennen und ihre Form dieser Religion leben.

Der wohl bekannteste Buddhist unserer Zeit ist der 14. Dalai Lama, der Tibeter Tenzin Gyatso. Mit seiner humorvollen, friedfertigen und intelligenten Art findet er auch bei Menschen große Anerkennung, die nicht seines Glaubens sind. Sein Weg des Friedens ist bemerkenswert.

Zu den großen zeitgenössischen buddhistischen Lehrern gehört der vietnamesische Mönch Thich Nhat Hanh. Mit seinen Büchern und Vorträgen begeistert er unzählige Menschen auf der ganzen Welt. Er schaffte es, die Rituale des Buddhismus für die westliche Welt anzupassen. Auch hat er die Praxis der Achtsamkeit, des achtsamen Lebens, wieder in den Blickpunkt gerückt.

Doch auch prominente Musiker und Schauspieler wie Tina Turner oder Richard Gere sind Buddhisten. Durch ihren großen Bekanntheitsgrad erreichen sie Menschen, die sich nicht in erster Linie für eine Religion interessieren. Sie prägen durch ihren Weg des Friedens und Verzeihens dennoch ihre Fans – und schenken damit dem Buddhismus eine große Aufmerksamkeit.

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